Positano

Rocca dei Trinci

Das Kastell, ein Juwel des 14. Jahrhunderts

Das La Rocca dei Trinci besteht aus zwei durch eine große Terrasse miteinander verbundenen Hauptgebäuden: die sich über zwei Ebenen erstreckende Garnison und den imposanten 32 m hohen fünfeckigen guelfischen Turm.

Vom Privatparkplatz hinter dem Turm aus gelangt man durch eine Öffnung in der hufeisenförmig angelegten Ringmauer zum Innenhof. Ein Weg führt die Gäste von hier aus zur kleinen Kirche, zur Garnison und zur Terrassentreppe, die wiederrum zum Eingang des Turms führt.

Im ersten Stockwerk der Garnison befindet sich eine gemütliche und großzügige, komplett ausgestattete Küche, die auch als Esszimmer genutzt wird und deren Wände mit Küchenutensilien aus Kupfer und Keramik dekoriert sind. Von der Küche aus gelangt man zur großen Terrasse, die mit Amphoren aus Terrakotta, Gartenstühlen und -tischen versehen ist: Hier können Sie sich an Herbstabenden an der frischen Luft entspannen oder an heißen Sommertagen Ihre Bräune auf der Sonnenterrasse pflegen.

Rocca dei Trinci

Die Geschichte des La Rocca dei Trinci

Eines der ersten Dokumente, in dem der Name der Stadt vorkommt, ist ein Pergament vom 5. Januar 1229, in dem Rinaldo, der Kardinal von Sant’Eustachio und Kardinalvikar der Heiligen Römischen Kirche, Alberigo, einen Richter des Tals von Topino beauftragt, die nötigen Informationen zu sammeln, um einen Streitfall zwischen der Kirche von Assisi und zwei Landbesitzern, Napoleone da Armezzano und Bernardo da Capodacqua zu schlichten, bei dem es um den Besitz des Kastells von Serra di Valtopina ging. Später berichten die Cronache di Perugia davon, wie am 13. Mai 1289 Truppen aus Perugia und Todi die Burgen von Foligno zerstörten – darunter Colfiorito, Capralita und Capodacqua.

Die Festung mit ihrem heutigen Aussehen wurde 1387 von Ugolino III Trinci auf dem kleinen von Zypressen umgebenen Hügel errichtet, um die Abzweigung nach Colfiorito zu beschützen, die als strategischer Punkt von höchster Wichtigkeit galt.

Im Anschluss an die beachtlichen 1413 durch den Einfall der Truppen des Königs von Neapel Ladislas d’Anjou, angerichteten Schäden wurde die Rocca dei Trinci 1445 zur Sommerresidenz der Kurie von Foligno ernannte. 1450 lebte der Bischof Antonio Bolognini (1444-1461) hier, der die Errichtung der Chiesa di Santa Maria delle Grazie in Rasiglia anordnete.

Anschließend gelangte die Festung in den Besitz der Gentili-Spinola, zu deren Mitgliedern Antonio und dessen Bruder Gianbattista gehörten, die von 1794 bis 1796 Teil der päpstlichen Kongregation von Foligno waren.

Die Familie Trinci

Das Geschlecht der Trinci war eine adlige Familie aus Umbrien mit lombardischen Wurzeln, die von einer Seitenlinie der Monaldeschi abstammten.

Der Urvater der Familie war ein gewisser Corrado (gest. ca. 1250), der auch Trincia genannt wurde (woher auch der Familienname stammt) und Kapitän des Heers war. Er lebte im 13. Jahrhundert in Foligno und war ein Nachkomme Monaldo Monaldeschis, einem lombardischen Graf von Nocera Umbra (gest. nach 995). Zuerst gehörte Corrado zu den Ghibellinen, wurde später jedoch Kapitän der Guelfen von Foligno. Er zeichnete sich als Hauptkapitän des Heers Papst Gregors IX aus.

Nachdem die Trinci sich den Guelfen angeschlossen hatten, stellten sie ab 1305 die „Signoria“ von Foligno und vertrieben die ghibellinischen Anastasi mithilfe von Adligen aus Spoleto und Perugia. Der erste „Signore“ der Stadt war Nallo, anschließend fiel die Herrschaft bis 1338 an dessen Bruder Ugolino I, gefolgt von Nallos Sohn Corrado I, der bis 1343 herrschte.

Von 1343 bis 1353 regierte Ugolino Novello. 1367 wurde dem Sohn von Ugolino Novello, Trincia Trinci, von Papst Urban V der Rang des Apostolischen Vikars verliehen. Trincia wurde 1377 von ghibellinischen Rebellen ermordet.

Sein Bruder Corrado II trat bis 1386 seine Nachfolge an. Dessen Sohn Ugolino III herrschte bis 1415 und wurde ein besonderer Vertrauter von Braccio Fortebraccio, dem Herrscher von Perugia. Ugolino III beauftragte Gentile da Fabriano von 1411-1412 mit der Erschaffung der prachtvollen gotischen Fresken des Palazzo Trinci, nachdem dieser von 1389 bis 1407 ausgebaut und restauriert worden war. Die Söhne Ugolino III und Costanza Orsini, Niccolò, Bartolomeo und Corrado, regierten Foligno zwischen 1415 und 1421. Letzterer wurde ab 1421 als Corrado III der letzte Amtsinhaber der Signoria von Foligno – seine Selbstsicherheit und sein Großtun waren der päpstlichen Autorität ein Dorn im Auge. Am 8. September 1439 eroberte Kardinal Giovanni Maria Vitelleschi Foligno und unterstellte die Stadt der direkten Herrschaft des Kirchenstaates.

Entfernungen vom La Rocca dei Trinci
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